Mit Europa in die Zukunft investieren

Mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für Europa, vielen Ideen für mehr Gerechtigkeit und Ökologie und etwas schwäbischem Wortwitz haben die Grünen am Dienstag in Bad Waldsee für die Bundestagswahl geworben. Der Ortsverband der Grünen hatte in die Alte Mälze in Bad Waldsee eingeladen und konnte dafür einen hochkarätigen Gast gewinnen. Sven Giegold, Sprecher für Wirtschaft und Finanzen der Grünen im Europaparlament und Mitbegründer der attac-Bewegung in Deutschland, kam wie auch in den letzten beiden Bundestagswahlkämpfen in die Region, um die Ravensburger Bundestagskandidatin Agnieszka Brugger zu unterstützen.

Brugger machte schon in ihrer Begrüßung klar, dass es den Grünen darum gehe, neue Ideen für ein gemeinsames und soziales Europa voranzubringen. Viel zu oft sei Europa in den letzten Jahren schlechtgeredet worden, ohne dass die vielen Vorteile für die Menschen im Land hervorgehoben worden seien. „Wir wollen nicht darüber reden, ob wir Europa brauchen, sondern was für ein Europa wir wollen“ sagte Brugger.

Sven Giegold verwies  neben den wirtschaftlichen und außenpolitischen Vorteilen der EU auf die umfangreichen Austauschprogramme wie dem Erasmus-Programm für Studenten.  Giegold hob aber auch auf die Herausforderungen für die Menschen in Europa ab. Es gäbe noch immer keine gemeinsame Flüchtlingspolitik, die Armut im Süden Europas steige und große Konzerne wie Amazon würden ihre enormen Umsätze in Steuersümpfen parken, während der Mittelständler vor Ort in Schwierigkeiten gerate. Hier brauche es dringend europäische Lösungen. „Wir sind in Europa zusammen stark genug, um auch in Zeiten der Globalisierung für starke soziale und ökologische Richtlinien einzustehen“ so Giegold. Viel Beifall erhielt er auch für seine Anmerkung,  bei  Europa gehe es doch nicht nur um Geld und um wirschaftliche Vorteile, sondern auch um den gemeinsamen europäischen Geist. Im Anschluss an ihre Reden beantworteten Brugger und Giegold die Fragen der rund 40 Bürgerinnen und Bürger, die in die Alte Mälze gekommen waren.  Im Zwischenprogramm hatte der eingeladene Mundart-Vortrag des Künstlers Paul Sägmüller für Schmunzeln in der  Runde gesorgt.

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